Direkt zum Hauptbereich

Posts

Posts mit dem Label "#womenintranslation" werden angezeigt.

Lydia Tschukowskaja, Untertauchen

Die Schriftstellerin Nina Sergejewna fährt für vier Wochen aufs Land, in eine Art Schriftstellerkolonie, um in Ruhe, weit weg vom Alltag, schreiben zu können. Dort trifft sie unter anderem den Schriftsteller Bilibin und den Lyriker Weksler, einen Juden. Nach und nach erfährt man, dass Nina Sergejewnas Mann vor ein paar Jahren mitten in der Nacht abgeholt worden ist und sie kurz darauf die Nachricht erhalten hatte, dass er zu zehn Jahren Lager mit Kontaktverbot verurteilt worden ist. Nie wieder hat sie von ihm gehört. Sie lebt allein mit der Tochter in einer Wohnung mit im Grunde Fremden. So war es. Eine große Wohnung musste man teilen.  Wie die anderen Schwestern, Frauen, Mütter, deren Brüder, Männer, Söhne im Zuge von Stalins Säuberungen spurlos verschwunden sind, und vollkommen grundlos, willkürlich, stand sie schon im Morgengrauen vor dem Gefängnis an, frierend, stundenlang, um irgendwann, wie alle anderen Frauen, die Auskunft zu erhalten, dass der Fall ihres Mannes ...