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Posts mit dem Label "Ingeborg Bachmann" werden angezeigt.

Corona Tagebuch (56)

"In die Mulde meiner Stummheit leg ein Wort und zieh Wälder groß zu beiden Seiten, dass mein Mund ganz im Schatten liegt." Ingeborg Bachmann Diese Woche war Ingeborg Bachmanns Geburtstag. Immer war sie eine meiner liebsten Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Ich mag es, wie sie in die Tiefe taucht, ohne Rücksicht auf Verluste. Wie sie sich selbst verbrennt auf der Suche nach wahren Worten. Sie ist für mich eine literarische Heldin und Mutter.  (  Diesen Text   habe ich vor sechs Jahren über sie und ihre Bedeutung für mich geschrieben) Ich kann nicht durch Rom laufen, ohne daran zu denken, dass es ihre Stadt war. Also Rom ist für mich nicht die Hauptstadt Italiens, sondern die Stadt, in der Ingeborg Bachmann lebte und starb, möchte ich damit sagen. Diese Woche war ich nicht ein einziges Mal im Wald. Ich war auch in keinem See. Ich musste am Wochenende arbeiten, weil wir bei uns am Seminar eine Fortbildung hatten für 80 Lehrer*innen. Alle anderen Semina...

Leseliste April

Falls Ihr ein wenig quer beet lesen möchtet auf dem Blog, habe ich mir überlegt, ab jetzt jeden Monat eine Art Playlist, oder eher Leseliste zusammenzustellen, wo man jeden Tag einen alten Text lesen kann. Das erleichtert vielleicht das Stöbern auf meinem Blog, es gibt Einblicke in die verschiedenen Themen und vielleicht auch ein wenig Inspiration. Die Aprilliste kommt etwas verspätet. Aber ich werde versuchen, ab jetzt gleich am 1. eine Liste zu schalten. Wenn ich davon ausgehe, dass die Liste der Ursprung der Kultur ist (s. Link für den 23. April), dann finde ich, passt das doch. 1. April Osterkoans 2. April april 3. April Denial , ein neuer Post über ein Stück am Maxim Gorki (geht mehr ins Theater, ist vielleicht die Botschaft dahinter) und die für mich sich offenbarende Verbindung zu einer buddhistischen Lehrerin namens Pema Chödrön, deren Bücher ich gerade las 4. April My eleven rules for writing everything  Ein Post übers Schreiben. 5. April affront  mit einem Fo...

Buch der Woche - Die Liebe unter Aliens von Terézia Mora

"Sei ganz ruhig, du lebst noch. Man solle sich endlich damit abfinden, dass die Welt der Körper aufhöre, zu existieren, hatte er neulich irgendwo gelesen, und als er das las, leuchtete es ihm auch völlig ein." "Welcome to the shithole!" Dieses Buch ist, nach vielen Jahren des Romane schreibens Terézia Moras zweiter Band mit Erzählungen. Seltsame Materie , ihr allererstes Buch, mit welchem sie auf der Stelle für Furore sorgte, bestand ebenfalls aus Erzählungen. Bereits in Nicht sterben, ihrem aus der Frankfurter Poetikvorlesung entstandenen Buch, erwähnte sie, dass sich im Laufe der Romanschreiberei viele Personen bei ihr versammelt hätten, die möglicherweise Einzug in Erzählungen halten würden. Denn nicht jede Figur eignet sich für einen Roman. Als Autorin entwickelt man ein Gespür dafür, wie weit eine Person trägt, wie nah man ihr kommen kann. Dennoch hat man bei der Lektüre von Die Liebe unter Aliens oft das Gefühl, da ist ein Stück eingefangen worden von ein...

Ingeborg Bachmann - Ein Tag wird kommen

             Wahrlich für Anna Achmatova Wenn es ein Wort nie verschlagen hat, und ich sage es euch, wer bloß sich zu helfen weiß und mit den Worten – dem ist nicht zu helfen. Über den kurzen Weg nicht und nicht über den langen. Einen einzigen Satz haltbar zu machen, auszuhalten in dem Bimbam von Worten. Es schreibt diesen Satz keiner, der nicht unterschreibt. Ich lese gerade eine Ingeborg Bachmann-Biografie „ Die dunkle Seite der Freiheit “, ihren Briefwechsel mit Paul Celan, „ Herzzeit “, Gedichte von ihr ( Liebe, dunkler Erdteil; Die gestundete Zeit ), Geschichten von ihr ( Simultan , Das dreißigste Jahr ) und Interviews (Wir müssen wahre Sätze finden), alles parallel und gleichzeitig. Vor fünfundzwanzig Jahren hatte ich sie, ohne jede Frage, zu meiner Mutter gewählt, meiner literarischen Mutter. Es gab für sie keine Konkurrentin. Dann hatte ich mich abgewandt, und wenn ich an sie dachte, überkam mich oft ein ...

50 tolle Bücher von Frauen

Schon mehrfach habe ich mich, zum Beispiel hier , oder sonst auch gerne bei Facebook, darüber ausgelassen, dass in den nächsten 90 Jahren ausschließlich Frauen den Literaturnobelpreis gewinnen müssten, um ein Gleichgewicht in Bezug auf die Vergabe dieses Preises zwischen den Geschlechtern herzustellen. Ich bin, was Genderbalance angeht, keine Fanatikerin, sondern sehe das alles relativ locker. Aber es wundert mich dennoch, dass angesichts all der wunderbaren Schriftstellerinnen, die es gibt, und die es gab, immer schon, die aber nie den Preis gewonnen haben (aber Günter Grass hat ihn gewonnen, nur mal so, angemerkt, ohne jetzt total abwertend klingen zu wollen, denn im Großen und Ganzen mochte ich Günter Grass als Type bis circa 2006 oder so, obwohl ich nur "Die Blechtrommel" von ihm gelesen habe. Ich fand das Buch o.k. Ich fand auch Günter Grass o.k.), unendlich viele Männer, die nicht immer, meiner Ansicht nach, so gut schrieben, wie die Frauen, die es zur gleichen Zeit gab...