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affront

Ron Mueck: “Man in a Boat” von 20. April bis 6. September 2016  im Theseustempel, täglich von 11 bis 18 Uhr. den anderen  eine absolute nacktheit schulden wie einen augenaufschlag einen blowjob geben schüttelst du mir nicht einfach die hand sondern erzählst mir sofort  unaufgefordert vom peinlichsten das dir je widerfahren ist  obwohl ich nicht zuhöre so als wäre es ein affront  seine geheimnisse zu verbergen (c) Susanne Becker

Buch der Woche - Juli Zeh, Treideln

"Ja, die Liste ist beeindruckend. Am beeindruckendsten ist vielleicht die Tatsache, dass es bei uns soviele staatstragende Schriftsteller gibt, dass seit 1959 jedes Semester einer die Poetikvorlesung abhalten kann und bis in alle Zukunft wird abhalten können, ohne dass uns jemals die Schriftsteller ausgehen werden. Irgendwo muss es eine geheime unterirdische Schriftstellerfabrik geben, in der ständig neue Schriftstellermodelle vom Band laufen, mit serienmäßig eingebauter Poetikfähigkeit und literarischer Bedeutsamkeitsgrantie bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag." Wer mir auf Twitter oder Facebook folgt, kennt bereits die Geschichte, dass ich heute vor einem Bioladen vom Fahrrad stieg und von einem wildfremden Mann angesprochen wurde "Sind Sie Juli Zeh?" Als ich antwortete: "Nein!" sah er mich konsterniert an und meinte: "Sind Sie sicher?" Ich glaube, er dachte, ich wolle unbedingt inkognito bleiben, aber ihm, hallo, sollte ich schon die Wahrheit ...

Ruth Ozeki - Geschichte für einen Augenblick

Ich las vor kurzem ein wunderbares Buch von einer amerikanisch-japanischen Autorin, Ruth Ozeki. Es heißt, Geschichte für einen Augenblick und handelt unter anderem von einer Zen-Nonne, 104 Jahre alt, die in einem Bergkloster an der japanischen Küste lebt. Eines Tages ist sie mit ihrer Urenkelin Nao in der kleinen Stadt, um ein paar Besorgungen zu machen. Vor dem Supermarkt lungert eine Gruppe weiblicher Teenager herum, die Lust auf Ärger haben und schon von weitem anfangen, die Nonne und ihre Urenkelin, 16 Jahre alt, wüst zu beschimpfen, zu bespucken, zu bedrohen. Die Urenkelin ist völlig verunsichert und hat große Angst. Sie möchte ihre Urgroßmutter von dort weg lotsen. Aber diese geht vollkommen ruhig an der Gruppe vorbei in den Laden. Als sie nach dem Einkauf wieder heraus kommen, ist die Gruppe immer noch da und ihre Beschimpfungen werden noch wüster. Die Urenkelin hat Angst vor einem Angriff. Plötzlich bleibt die Urgroßmutter stehen und betrachtet die Mädchen eine Weile ruhig ...