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Posts mit dem Label "btbVerlag" werden angezeigt.

Und keiner spricht darüber von Patricia Lockwood

"There is still a real life to be lived, there are still real things to be done." No one is ever talking about this von Patricia Lockwood wird unter dem Namen:  Und keiner spricht darüber, übersetzt von Anne-Kristin Mittag , die auch die Übersetzerin von Ocean Vuong ist, am 8. März 2022 bei btb erscheinen. Gestern tauchte es in meiner Liste der Favoriten 2021 auf, aber ich möchte mehr darüber sagen. Denn es ist für mich das beste Buch, das ich im vergangenen Jahr gelesen habe und es ist mir nur durch Zufall in die Finger gefallen, als ich im Ebert und Weber Buchladen  meines Vertrauens nach Büchern suchte, die ich meiner Tochter schenken könnte. Das Cover sprach mich an. Die Buchhändlerin empfahl es. So simpel ist es manchmal. Dann natürlich dieser Satz, gleich auf der ersten Seite:  "Why did the portal feel so private, when you only entered it when you needed to be everywhere?" Dieser Widerspruch, dass die Leute sich nackig machen im Netz, das im Buch immer ...

Buch der Woche - Fegefeuer von Sofi Oksanen

"Aliide zog die Gardinen zurecht. Der regnerische Hof schniefte grau, die Zweige der Hofbirken zitterten nass, die Blätter platt vom Regen, die Gräser schwankten, und von den Spitzen fielen Tropfen herab. Und da unter ihnen war etwas. Irgendein Bündel. Aliide zog sich hinter die Gardine zurück. Wieder spähte sie hinaus, zog die Spitzengardine vor sich, um vom Hof aus nicht gesehen zu werden, und hielt den Atem an." Jetzt hat es mich doch ergriffen, dieses Buch der Finnin Sofi Oksanen, Fegefeuer . Das Fegefeuer ist der Ort der Läuterung für jene Seelen, die noch nicht heilig sind, also nicht gleich in den Himmel dürfen. Tröstlich am Fegefeuer ist, dass die, die hinein kommen, nach ihrer Läuterung sicher in den Himmel aufsteigen werden. Also eine sehr schmerzhafte, verwandelnde Katharsis. Aber sind Verwandlungen nicht immer schmerzhaft?  Ich habe es schon so lange im Regal liegen, dass ich es nur aus einer Art Pflichtgefühl heraus in die Hand nahm. So viel gutes h...

Nava Ebrahimi - Sechzehn Wörter

Sechzehn Wörter erinnert die Ich-Erzählerin Mona aus dem Iranischen. Sechzehn Wörter, die sie nie ins Deutsche übersetzt hat, weil sie mit ihrer iranischen Seite so eng verknüpft waren, dass es für sie kein deutsches Wort geben konnte. Allerdings haben diese Sechzehn Wörter auch geholfen, eine Unwahrheit zu verbergen. Sie beginnt, die Wörter zu übersetzen und somit zu entwaffnen. Der wunderbare Roman Sechzehn Wörter von Nava Ebrahimi erzählt anhand dieser Sechzehn Wörter die Geschichte Monas und ihrer Familie. Die junge Frau, in Teheran geboren, ist schon als kleines Kind mit ihrer Mutter nach Köln gegangen, nachdem diese sich vom Vater hatte scheiden lassen. Dreizehn Jahre alt war die Mutter gewesen, als sie dem Vater verheiratet wurde von ihrer eigenen Mutter. Immer wieder muss Mona daran denken, wie der 20 Jahre ältere es über sich bringen konnte, ein Kind zu heiraten. Eine Tatsache, die sie dem Vater für immer entfremdet. Die Geschichte setzt an mit eben jener Großmutter,...

Buch der Woche - Nachtlichter von Amy Liptrot

„Eine kleine Insel für sich allein zu haben, gibt einem das seltsame Gefühl, frei und gefangen zugleich zu sein. Ich pinkle am Rand einer Klippe, schaue dabei in Richtung Norwegen und komme mir vor wie ein nordischer Eroberer. Vor einem Jahr war ich in einer Entzugseinrichtung in London. Und jetzt liege ich, alle viere von mir gestreckt, auf einer unbewohnten Insel…“ Kurz vor dem Ende des Jahres habe ich noch ein paar sehr schöne Bücher auf meinem Regal liegen und ich habe mir vorgenommen, Euch einige davon noch vorzustellen, bevor das neue Jahr beginnt. Ein Buch, das mir nur durch den wunderbaren Blog literaturleuchtet von Marina Büttner ins Bewusstsein gerufen wurde, begleitet mich schon seit einigen Tagen. Ich habe es immer in der Tasche und lese darin bei jeder Gelegenheit, häufig in der Berliner U-Bahn, aber auch, während ich darauf warte, dass das Nudelwasser anfängt zu kochen. Es heißt Nachtlichter und ist von der Autorin Amy Liptrot. Der Einband ist wunderbar b...

Juli Zeh - Die Stille ist ein Geräusch. Eine Fahrt durch Bosnien

„Seit Tagen gelingt es mir nicht mehr, das Böse als Ausnahme von der Regel des Guten zu begreifen.“ Die Stille ist ein Geräusch ist ein Reisebericht über eine Reise durch Bosnien. Er ist geschrieben von einer Frau, Juli Zeh , die sehr gut schreiben kann, mutig ist und in dieses vom Krieg zerstörte und tief verwundete Land reist, ohne eine Meinung zu haben, ohne sich ein Wissen einzubilden, das ja nur aus zweiter Hand stammen würde. Sie fährt mit einem Hund und mit vielen offenen Fragen. Zum Beispiel: Wo wachsen die Melonen? Es ist Sommer, das Jahr 2001, Juli Zeh will mit ihrem Hund nach Bosnien, und dafür informiert sie sich zunächst an einer Stelle, an der viele Reisen beginnen.  „Die Frau im Reisebüro….“Was wollen Sie dort? Da ist doch Krieg!“ Gewesen! Ich verzichte auf Richtigstellung….“ Sie sagt, dass sie dort recherchieren möchte und so gelingt ihr eine Buchung. Touristenführer gibt es für das Land nur noch aus den 80er Jahren, mit Bildern von Dingen, die vielleicht ...