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Es werden Posts vom 2021 angezeigt.

Corona Tagebuch (66)

 Am Samstag lag endlich auch in Berlin Schnee. Nachdem ich voller Neid seit Wochen Bilder aus Madrid, München oder der Eifel anschaute, auf denen die Menschen Schneemänner bauten und sich Schneeballschlachten lieferten oder mit Langlaufskiern auf normalerweise dicht befahrenen Straßen entlang glitten, lagen auch bei uns, nun, ich würde schätzen, fünfundzwanzig bis dreissig Zentimeter Neuschnee, der ab 8 Uhr auch wieder anfing, laut tropfend zu tauen. Egal. Ich überredete die Tochter, morgens mit mir zum Bäcker zu gehen, wir machten eine Schneeballschlacht und fanden einen Baum, an dem mit blauer Flüssigkeit gefüllte Flaschen hingen. Es sah magisch und wunderschön aus vor dem Hintergrund des weißen Schnees. Irgendwie erinnert mich dieser Baum an Pipi Langstrumpfs Flaschenbaum Am Sonntag schien dann sogar die Sonne. Der Schnee war noch nicht ganz geschmolzen und den ganzen Tag über war der Himmel knallblau. Keine Ahnung, wann wir den letzten wirklichen Sonnentag hier gehabt haben, aber i

Corona Tagebuch (65)

 „January 1 The ground smells of spring. I am glad to be delivered once more from the dark solstice into the turn toward growth. January is my favourite month, when the light is plainest, least colored. And I like the feeling of beginnings.“ Aus Daybook von Anne Truitt Januar ist noch nie mein Lieblingsmonat gewesen, aber ich mag diesen Monat mehr als, sagen wir zum Beispiel November. November ist für mich indiskutabel als Monat. Ich mag den Januar ein bisschen aus eben den Gründen, die Anne Truitt nennt: man ist endlich aus den Klauen der zunehmenden Dunkelheit und der vielen Feiertage entkommen und bewegt sich auf das Licht zu, auf die zunehmenden Minuten von Helligkeit an jedem Tag und heute roch es wirklich nach Frühling, die Vögel sangen bereits. Auch mag ich, genau wie sie, sehr das Gefühl von Anfang. Jedes Jahr im Januar habe ich das Gefühl, ein neues Buch aufzuschlagen, in dem noch kein Wort steht. Als könnte ich ein neuer Mensch werden. Das finde ich am Januar schon sehr