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Posts mit dem Label "Simone de Beauvoir" werden angezeigt.

Lesen heißt, die Worte als Lichter zu sehen

"Lesen heißt, die Worte als Lichter zu sehen, sie leuchten in der Dunkelheit, eines nach dem anderen, und Lesen bedeutet, den Lichtern ins Innere zu folgen."  Karl Ove Knausgård Für mich sind oft Bücher wie Lichter. Mein Lebensweg in die Zukunft gerichtet noch ein großes Fragezeichen, taste ich mich oft an den Büchern entlang, von Woche zu Woche, so dass das Lesen eine Spur wird, der ich folge. Ein Buch führt mich zum nächsten, gemeinsam ist ihnen, dass ich mit ihrer Hilfe versuche, das Leben im Allgemeinen, aber auch mein individuelles Leben zu begreifen. So war es auch ein bisschen in diesem Sommer. Ich las die neue Biografie über Simone de Beauvoir  von Kate Kirkpatrick. Sie ist im April im Piper Verlag erschienen. Das Buch führte mich auch in  meine Teenagerzeit zurück, als ich Beauvoir zum ersten Mal begegnete. Ich habe früher alles über und von Simone de Beauvoir gelesen. Dabei war ich nie ein Fan ihres Schreibens, sondern immer eher begeistert von ihrer Pers...

Corona Tagebuch (57)

"Tell me what it is you plan to do with your one wild and precious life?" Mary Oliver In wenigen Tagen fahre ich zum ersten Mal seit Februar mit dem Zug richtig weit weg. Langsam werde ich etwas nervös, ob das nicht ein zu großes Risiko ist, ob es nicht besser wäre, mir ein Auto für meine Rundreise zu mieten. Ich lese und höre, dass die ICEs sehr voll sind, kein Abstand gehalten werden kann und es auch eine Menge Leute dort gibt, die keine Gesichtsmaske tragen. Auf der anderen Seite gehe ich nicht davon aus, dass in Deutschland gerade wahnsinnig viele Infizierte herum laufen und ausgerechnet in meinem Zug sein werden. Ich war die ganze Coronazeit über nie wirklich isoliert. Ich habe mehr oder weniger durchgearbeitet und immer Leute getroffen, vor allem in meinem Büro. Das hat in den letzten Wochen auch zugenommen. Ich war sogar auf der riesigen Black Lives Matter Demo hier in Berlin vor vier Wochen. Ich fühle mich seit Februar, als ich auf Sizilien krank war, kerngesu...

Ein Koffer für meine Bücher (2)

o.k., morgen gehts los und ich fliege nach Lissabon zum Disquiet International Literary Program, an dem ich dank eines (Teil-)Stipendiums teilnehmen kann. Zwei Wochen Lissabon, Schreiben, durch die Straßen treiben lassen, Galao trinken, Pastel de Natas essen, bis mir schlecht wird, am Strand liegen, Seefahrerdenkmäler, Castelos, Museen besichtigen und so weiter- Das sind die Bücher, die mich begleiten, obwohl ich nicht sicher bin, ob ich tatsächlich zum Lesen kommen werde - meine literarischen Mitstreiter tauschen bereits Tipps bezüglich guter Bars zum Fußballgucken aus und dann wollen wir ja auch noch schreiben und... siehe oben. Ich werde Euch auf jeden Fall an dieser Stelle auf dem Laufenden halten: Elif Shafak The Forty Rules of Love  Gibt es auch auf Deutsch, heißt da "Die vierzig Regeln der Liebe" und handelt von Rumi, Liebe, Literatur, ich habe es bereits angefangen und bin sehr begeistert Fernando Pessoa Algebra der Gefühle Dies ist ein Pessoa-Lesebuch, mit ver...

Jean Paul Sartre

Mit der Hoffnunsgslosigkeit beginnt der wahre Optimismus. Heute ist Jean Paul Sartres Geburtstag. Er hat mein Leben verändert. Ich glaube, ich übertreibe nicht, wenn ich das so sage. Ich war fünfzehn Jahre alt und aufgewachsen in einer Familie, die bäuerliche Ursprünge hatte. Es gab in unserem Haus kein Buch außer dem Gebetsbuch der katholischen Gemeinde und die Kassenbücher der Raiffeisenbank. Beide Großväter verwalteten in ihren Dörfern deren Filialen. Ich war eine der ersten, die aufs Gymnasium gehen durfte. Ich begann dort, Bücher zu lesen und ultimativ entfremdete mich dies meiner Familie, aber es brachte mich selbst in einer Weise nachhause, die ich bis dahin nicht gekannt hatte. Ich zog in Bücher geradezu ein. Ich las manche Bücher zwanzigmal hintereinander in Ermangelung eines neuen Buches, aber weil ich mich dort wohler fühlte als in meinem Leben. Ich suchte in Büchern nichts Neues, ich suchte einfach dieses Gefühl, mich vollkommen aus dem Chaos meiner Gefühle und meiner Fa...

Die nächsten Bücher, die ich lesen werden

San Miguel  von T.C. Boyle ist ganz oben auf meiner Liste, denn ich habe soviel Gutes darüber gehört, vor allem von meiner Buchhändlerin Jessica und ihr vertraue ich blind. Ich habe die Bücher von Boyle früher verschlungen,  Wassermusik  und auch World's End gehören zu meinen absoluten Lieblingsbüchern aller Zeiten, und  Talk Talk  fand ich sehr beeindruckend in der klaren Wiedergabe der modernen Lebenswelt und den sich daraus ergebenden Gefahren. Auf meiner To-Read-List befindet sich auch  The Women , ein Buch über die Frauen des Architekten Frank Lloyd Wright. Nachdem ich  Loving Frank  von Nancy Horan gelesen habe, interessiert mich dieses Thema, zumal ich die Häuser des Architekten wirklich mag und mir von meiner ersten Million eins kaufen werde. Das Ungeheuer  von Terézia Mora. Sie ist eine der klügsten Schriftstellerinnen, die es zur Zeit in Deutschland gibt. Ihre Bücher bersten von Beobachtungen, die in die Tiefe unserer Zeit drin...

Why I spend my life writing

“I write only because There is a voice within me That will not be still.” — Sylvia Plath, “You Ask Me Why I Spend My Life Writing” That pretty much sums everything up for me. NOW. But until I was able to sum everything up in this sentence, which I gladly steal from Sylvia Plath, it was a long and winding road. I started writing, when I was 12 years old, and I believe, I did it to escape my unhappy childhood home. It opened a room for me, in which I could be somebody else. So I started writing basically, because I wanted to be a writer, which was basically somebody, or maybe even some thing, nobody in my entire family of workers, drinkers, housewifes and farmers had ever been in touch with. Writers were probably not even people. But if they were, they lived far far away from our home, indulged in a lazy and worthless lifestyle. I loved it, and definitely wanted to be just that. There was no book in our house, but the ones, I started buying with my pocket money. I spent all my pock...