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Posts mit dem Label "Kisch & Co" werden angezeigt.

Corona Tagebuch (47)

Be kind. Be more mindful. In einem seiner Talks, die ich gerade auf Spotify anhöre, erzählt Joseph Goldstein von einem Meditationsaufenthalt in einem Kloster in Burma vor vielen Jahren, und die Zustände dort waren eine Katastrophe. Er musste mit vier anderen in einem winzigen Raum auf dem Zementboden schlafen, das Essen war mies, es war den ganzen Tag über sehr laut, und in seinem Kopf liefen die Gedanken Sturm: "Was fällt denen ein! Ich bin hierher gekommen, um Erleuchtung zu finden! Das geht ja gar nicht unter diesen Umständen." Und so weiter. Wenn er zum Gespräch mit dem Meditationslehrer kam, beklagte er sich auch bei ihm und dieser sagte nur: "Be more mindful." Sei aufmerksam dem gegenüber, was im Augenblick ist. Nicht deinen Gedanken gegenüber, die ja nur eine Geschichte erzählen, die eigentlich immer nur eine Geschichte erzählen, sondern den Kleinigkeiten. Wenn Du gehst, gehe aufmerksam. Wenn du atmest, atme aufmerksam. Wenn du sitzt, sitze. Wenn du denks...

Corona Tagebuch (35)

"Sometimes as an antidote To fear of death, I eat the stars." Das sind die ersten Zeilen eines Gedichts von Rebecca Elson (Antidotes to Fear of Death) Rebecca Elson war eine kanadische Astronomin und Dichterin. Im Alter von 29 Jahren stellte man Leukämie bei ihr fest. Der Kampf gegen diese Krankheit führte sie in Bereiche, die von Unsicherheit, Angst und Schmerz gekennzeichnet waren. Ihre Gedichte in dem Band A Responsibility to Awe  erzählen davon, aber auch von den Sternen, die sie beruflich erforschte, und der Titel des Buches, spricht einen an und weist uns geradezu hin auf unsere Verantwortung zu staunen. Der Titel ist wie die Aufforderung: Staune über diese Welt, die Sterne, die Bäume, den Tod, die Angst, einen Virus, deine Mitmenschen. Es klingt für mich wie eine Aufforderung, das Leben zu ehren. Nicht, es zu beurteilen. Vor meinem Bürofenster sind viele Bäume. Sie werden langsam grün, aber noch ist das Laub nicht blickdicht. Also sah ich die beiden Eichelhäher,...

Corona Tagebuch (34)

Die Schulen sollen also wieder aufmachen. Schrittweise. In Berlin bereits ab dem 27. April. Wenn man Kinder mit, zum Beispiel Asthma hat, können die natürlich nicht in die Schule. Generell können alle, die gefährdet sind, an dieser Lockerung der Regeln gar nicht teilnehmen. Mir war das nicht bewusst, weil es mich nicht betrifft. Also, ich habe darüber noch keinen Augenblick nachgedacht. Weil manchmal klingt es so allgemein verständlich, wenn alle davon sprechen, quasi weltweit, dass jetzt aber endlich die Maßnahmen gelockert werde MÜSSEN. Ist ja klar. Wir haben alle keinen Bock mehr. Persönlich könnten von mir aus sofort alle Maßnahmen abgebrochen werden. Aber ich sprach heute mit einer Freundin, die es direkt betrifft. Erst da ging es mir auf: Alle Lehrerinnen, alle Kinder, die in irgendeiner Weise vorbelastet sind oder in ihren Familien stark gefährdete Mitglieder haben, sei es durch Asthma, krasse Allergien, Krebs, andere Vorerkrankungen, können daran nicht teilnehmen. Dieses Nor...