Direkt zum Hauptbereich

Posts

Posts mit dem Label "Jüdisches Museum" werden angezeigt.

Buch der Woche - Eine Geschichte von Liebe und Finsternis von Amos Oz

"Die Furcht, die in jedem jüdischen Haus herrschte, die Furcht, über die man fast nie sprach, die uns nur indirekt, wie Gift, Tropfen für Tropfen eingeflößt wurde, das war die grauenhafte Furcht, wir wären vielleicht wirklich nicht sauber genug, wären vielleicht wirklich zu laut, würden uns zu sehr in den Vordergrund drängen, wären zu gewieft und zu geldgierig. Vielleicht wäre unser Verhalten tatsächlich unpassend. Es gab so eine Todesangst, die Angst, wir könnten, Gott behüte, einen schlechten Eindruck auf die Gojim machen, und dann würden sie wütend werden und uns deshalb wieder schreckliche Dinge antun, die man sich lieber gar nicht vorstellte. Tausendmal hämmerte man jedem jüdischen Kind ein, sie auch dann nett und höflich zu behandeln, wenn sie grob oder betrunken waren.... man dürfe sie nicht reizen..." So erzählt es in Amos Oz' Buch die Schwester der Mutter ihrem Neffen. So war es vor dem Holocaust. Dies ist mein erstes Buch von Amos Oz und hätte es mir ...

Lesung mit Molly Antopol im Jüdischen Musuem

Am Samstag war ich bei einer Lesung und Gespräch mit Molly Antopol, welche im Rahmen des Jüdischen Kultursommers im Jüdischen Museum in Berlin stattfand. Eine Schriftstellerin, die sich bislang nicht wirklich auf meinem Radar zeigte, die Veranstaltung rein zufällig entdeckt, und da ich mich sowieso in der Nähe befand, bin ich hin gegangen. Pure Neugierde. Bereut habe ich es nicht! Molly Antopol hat mit ihrem Band von Erzählungen,  Die Unamerikanischen , erschienen bei Hanser, vor einer Weile Furore gemacht und aus diesem Buch wurde gelesen, es gab aber auch eine ganz neue, kurze Geschichte, die sie während der Arbeit an ihrem aktuellen Roman geschrieben hat, um zwischendurch nicht das Gefühl zu haben, den Verstand zu verlieren. Romane zu schreiben ist eine recht einsame und langwierige Angelegenheit. Die deutschen Versionen der Texte las die Schauspielerin Katharina Marie Schubert, das Gespräch führte Antopols Übersetzerin Patricia Klobusiczky kongenial. Antopols Geschichten s...