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Posts mit dem Label "Rowohlt Verlag" werden angezeigt.

Meine Lieblingsbuchhändlerinnen stellen ihre Lieblingsbücher vor (25)

Lange ist es her, dass die Lieblingsbuchhändlerinnen sich hier zu Wort meldeten. Aber Gott sei Dank sind sie wieder da (also in echt waren sie nie weg), und Jessica hat gelesen und mir ihre Eindrücke mitgeteilt. Alle die vorgestellten Bücher könnt Ihr bei Ihnen im Laden kaufen, und noch soooo viele mehr. Für mich immer noch der Buchladen mit dem interessantesten Angebot (wirklich 100% mein Geschmack und sie haben tolle englische Bücher und viele unabhängige Verlage und das wunderbarste und coolste Kreuzberg Personal. In neuer Besetzung. Jessica, Zoe, Kristina.) Wenn Ihr in Kreuzberg seid, schaut vorbei. Es lohnt sich! (c) Jacintha Nolte Liebe Susanne, lang ist's her, dass ich Dir meine Lesegenüsse erzählt habe, es ist wieder an der Zeit: Also Chris Kraus , " Das kalte Blut " ( Diogenes €32) , hatte ich vor Weihnachten schon gelesen, und deswegen wurde es viel von mir empfohlen, für den Tannenbaum, weil, es so unglaublich gut ist. Hatte nichts zu meckern, wirkli...

Bücherwunschliste, Gedanken zu Motherhood und The Favourite - alles durcheinander

Gestern schenkte mir eine Freundin ein Buch zum Geburtstag, nachträglich. Ich hatte dieses Buch bereits, was sie nicht wissen konnte und was auch keinerlei Problem darstellt. Denn sie kaufte es bei den Lieblingsbuchhändlerinnen und da darf ich es umtauschen. Sie schenkte mir übrigens Motherhood von Sheila Heti. Ich habe dieses Buch vor ein paar Monaten gelesen und auch gemocht, aber nicht so, dass ich darüber schreiben wollte. Der Grund ist, glaube ich, dass ich Kinder habe. In dem Buch geht es aber eigentlich darum, die Entscheidung zu treffen, ob man als Frau überhaupt Kinder bekommen sollte. Ich konnte für viele Punkte ihrer Befragung des Lebens sehr große Sympathie entwickeln. Andere schienen mir wie aus einer Welt, die ich für immer verlassen habe. Denn ich habe mich längst entschieden und bin Mutter. Egal, was ich tue, meine Kinder und deren Interessen, deren Wohlergehen, werden immer im Zentrum meines Befindens sein. Nie wieder werde ich vor der Frage stehen, ob mein Leben b...

In altre parole/In other words/Mit anderen Worten - Jhumpa Lahiri

Dann las ich in diesen letzten Tagen noch In altre parole /In other words von Jhumpa Lahiri zuende. Es war wie eine Reise zurück für mich in vielerlei Hinsicht. Wo beginnen? Eine Reise zurück in eine Zeit, als ich begann, mich vollkommen in eine andere Sprache zu stürzen und auch in dieser anderen Sprache zu schreiben: Englisch. Das ist dreißig Jahre her und geschah in Virginia. Als ich dort ankam, konnte ich nicht sehr gut Englisch, obwohl ich es neun Jahre lang in der Schule gelernt hatte. In den ersten Wochen verstand ich kaum etwas. Ich schwieg. Was jemandem wie mir, die sich immer darüber definiert hatte, wie lustig sie labern konnte, extrem schwer fiel. Ich stürzte mich, sobald ich ein paar Wochen in Virginia war, so vollkommen in diese andere Sprache, dass ich darin auf der Stelle eine andere Person fand, die aber auch ich war. Das war beglückend, befreiend, euphorisierend. Alles auf einmal. Auch beängstigend war es, denn ich wusste nicht, ob ich die Susanne, die ...

Lucy Fricke, Töchter

Natürlich habe ich ein Faible für lange, sehr lange, komplizierte, sehr komplizierte Bücher. Gerade noch schwelgte ich am Weltenrand des Österreichers Philipp Weiss herum, da flog mir zu Weihnachten Töchter ins Haus. Geschrieben ist es von Lucy Fricke, die, wenn ich mich nicht sehr täusche, bei mir um die Ecke wohnt. Jedenfalls beschreibt sie meinen Kiez mit präziser Kenntnis der Sachlage und berichtet sogar von Bizim Kiez , unserem Kampf für den Türkischen Gemüseladen und ja, ich kann mich erinnern, sie dort ein paar Mal gesehen zu haben. Es muss in einem Roadmovie nicht ständig etwas passieren, aber es macht Spaß, wenn es doch so ist. Dies ist ein normales Buch, nicht zu lang, nicht zu kompliziert. Eine spannend und schnell erzählte Geschichte, ein Pageturner der besten Sorte: voller Tiefe und voller Witz. Es geht um zwei Frauen, die ihren Vätern, bzw. Ersatzvätern, nachspüren und sich gleichzeitig von ihnen verabschieden müssen. Es geht nebenbei natürlich auch um die Mütter un...

Adam Haslett, Stellt Euch vor, ich bin fort

Auf einer Party in London lernt die Amerikanerin Margaret John kennen. Er mixt einen Gin Tonic für sie. Sie beginnen zu reden. Das Buch „ Stellt Euch vor, ich bin fort “ erzählt von all den Dingen, die nach dieser Begegnung geschehen sind: eine Liebesgeschichte, eine Ehe, gemeinsame Kinder. Aber davor gibt es einen Zusammenbruch. Eines Tages ist John nämlich verschwunden. Margaret findet ihn in einem psychiatrischen Krankenhaus wieder, wo der Arzt ihr mitteilt, dass John manisch-depressiv ist und ein solcher Zustand bei ihm immer wieder auftauchen kann. „Lieben Sie ihn?“ Margaret bejaht die Frage und stürzt sich in das Abenteuer einer Ehe mit ihm, der sie bei aller Schwere immer wieder zu überraschen versteht. Sie bekommen drei Kinder: Michael, der älteste, ist schon als Baby angespannt. Sein kleiner Körper scheint so unter Druck zu stehen, dass es Margaret oft nicht gelingt, ihn zu entspannen. Celia ist die vernünftige, Verantwortung früh übernehmende einzige Tochter un...

Buch der Woche - Ende gut von Sibylle Berg

„Ich bin so um die 40. Das sagt man heute auf Partys, zu denen einen keiner einlädt,…Ich bin 176 Zentimeter groß, ich wiege 56 kg, ich habe irgendwelche Haare, meine Augen sind blau, aber nicht sehr, und meine Haut wird immer weicher oder das Fleisch darunter, … Ich wohne in einer deutschen Stadt, die wirkt, als wäre sie komplett besoffen. …. Ich habe mich für kaum etwas bewußt entschieden, ich habe es passieren lassen, das Leben.“ Das ändert sich dann allerdings Schlag auf Schlag im Verlauf der Geschichte: die Ich-Erzählerin beginnt, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und dies gelingt ihr trotz der mehr als widrigen Umstände (immerhin geht quasi gerade die Welt unter) sehr erfolgreich. Aber von Anfang an: Seit eben habe ich eine neue weibliche Hauptperson in Büchern. Die Protagonistin aus Sibylle Bergs Roman „ Ende gut “, erschienen bei Rowohlt ist einfach in jeder Hinsicht so, dass ich immer weiter das Geschehen dieser Welt, von ihr kommentiert, NUR von ihr kommentiert,...

Buch der Woche - Jhumpa Lahiri, Das Tiefland

Den Roman Das Tiefland  von Jhumpa Lahiri hatte ich schon seit über einem Jahr neben meinem Bett liegen. Die ersten Seiten las ich im Dezember, nur um mich dann durch Weihnachtsgeschenke und den restlichen Stapel neben meinem Bett immer wieder ablenken zu lassen. Aber in der vergangenen Woche konnte ich dem Buch nicht länger aus dem Weg gehen. Die Geschichte der beiden in Kalkutta aufwachsenden Brüder Udayan und Subhash entwickelte plötzlich einen Sog und ich wollte mehr erfahren über sie und ihre Geschichte. Subhash ist um zwei Jahre älter, auch ist er vernünftiger, hält sich an die Verbote der Eltern. Udayan ist wild und voller Energie und liebt es, Risiken einzugehen, er scheint beinahe mit der Gefahr zu flirten. Subhash muss dann mit, denn die beiden sind praktisch unzertrennlich, fast wie Zwillinge. Als die beiden die Schule abgeschlossen haben, beginnen sie zu studieren. Dabei kommt Udayan immer mehr in Kontakt mit einer maoistischen Studentenbewegung, den Naxaliten, die ...