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Die traditionelle Weihnachtswunschliste 2015

Ich wünsche mir immer noch hauptsächlich Bücher (oder Reisen). Es gibt bei mir keine grundlegende Entwicklung. Ich glaube, die Dr. Hauschka Produkte hatte ich auch schon erwähnt, und bei den Reisen wären in diesem Jahr Cornwall oder Lissabon sehr schön, aber auch New Mexico, wo ich im Herbst aufgrund einer schweren Grippe nicht hin konnte. Ich werde das im kommenden Jahr nachholen. Ihr könnt mir also, wenn Ihr mir kein Buch schenken wollt, den Flug nach Santa Fe schenken, da freu ich mich. Dort ist ein Künstlerzentrum, in dem ich einen Aufenthalt als schreibender Artist in Residence ergattert habe. Nur deshalb erwähne ich es. Und weil ich sonst nie krank werde und es immer noch nicht fassen kann, dass ich ausgerechnet dann eine Grippe bekomme, wenn ich dorthin möchte. Aber es hat auch etwas Gutes: jetzt liegt es nicht schon hinter mir, sondern ich kann mich immer noch darauf freuen.

Hier die Bücher, die ich mir in diesem Jahr wünsche. Als erstes alle von dem Post 100 bemerkenswerte Bücher. Ich bin zu faul, sie alle noch einmal aufzulisten. Lest den Post bitte selbst. Danke.
Dann aber noch folgende:
Untertauchen von Lydia Tschukowskaja. Ich habe von dem Buch bei einer anderen Bloggerin gelesen, schon vor einigen Monaten. Damals war meine Tochter gerade in St. Petersburg und alles Russische weckte meine Neugier. Immer noch möchte ich die Geschichte einer Frau lesen, die 1949 in einem Sanatorium für Künstler ist und dort auf Bilibin trifft, der im gleichen Arbeitslager wie ihr Mann gewesen ist. Aber er, genau wie alle anderen im Sanatorium, möchten die Vergangenheit vergessen.
David Wagner Welche Farbe hat Berlin? Der Autor wandert durch Berlin und erkundet die Stadt. Eine bessere Art, etwas über meine Stadt, in die ich zog, um ein Jahr zu bleiben und in der ich seit über 20 Jahren nun lebe, kann ich mir nicht vorstellen, als sie zu erwandern. Und wenn dann noch ein so brillianter Schreiber wie David Wagner die Beobachtungen seiner Wanderungen mit dem Leser teilt, dann möchte ich kein Wort davon verpassen.
Dann muss man natürlich auch Mauerpark lesen. Er flaniert ja auch darin.
O.k., ich wollte ihn sehr lange nicht lesen. Nein, das war gar nicht so aktiv, es war eine echte Gleichgültigkeit. Er hat mich einfach nicht interessiert. Wenn ich andere von seinen Ergüssen schwärmen hörte, ließ mich das vollkommen kalt. Aber er ist ja ziemlich penetrant. Er ist irgendwie in jedem Feuilton, jedesmal, wenn ich Facebook öffne, glotzt er mir entgegen, er ist eitel, selbstverliebt, egomanisch, deshalb wollte ich ihn nicht lesen, und deshalb will ich ihn jetzt doch lesen. Karl Ove Knausgard. Seine Penetranz hat mich weich gekocht und ich will jetzt mit reden. Also wünsche ich mir eines seiner Kampfbücher, egal welches, oder alle. Wenn er gut ist, werde ich alle lesen. Toll war übrigens dieser Text über einen Besuch der Welt-Literaturpreisverleihung an ihn. Ich war voll grün vor Neid, dass ich 1. nicht auch dort war und 2. nicht diesen tollen Text geschrieben hatte. Er gab übrigens den Ausschlag: danach wusste ich, dass ich Knausgard lesen musste, endlich auch mal.
Das neue Buch von Joachim Meyerhoff "Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" - Der Mann sieht so wahnsinnig gut aus. Aber ich will nicht oberflächlicher erscheinen als ich es wirklich bin. Ich lese keineswegs nur Bücher von gutaussehenden Männern. Aber manchmal gerate ich ins Schwärmen und Joachim Meyerhoff ist einfach mein Typ. Genau wie Tilman Rammstedt, der ja jetzt öffentlich schreibt, um seine Schreibblockade zu überwinden. Bei mir würde das den gegenteiligen Effekt haben. Außerdem schreibt Meyerhoff einfach saugut. Ich wünsche mir auch noch sein erstes Buch Alle Toten fliegen hoch

Das wars. Ich wünsche mir noch mehr Bücher. Ich wünsche mir noch viel mehr Bücher. Aber das tut hier nichts zur Sache. Man kann nur so und soviel lesen. Man muss realistisch bleiben. 64 Bücher im Jahr, das ist weiß Gott nicht viel angesichts der Berge, die alljährlich veröffentlicht werden. Da schafft man es noch nicht einmal mehr, mit seinen Lieblingsautoren Schritt zu halten.

 © Susanne Becker

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