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Posts

Lesung mit Molly Antopol im Jüdischen Musuem

Am Samstag war ich bei einer Lesung und Gespräch mit Molly Antopol, welche im Rahmen des Jüdischen Kultursommers im Jüdischen Museum in Berlin stattfand. Eine Schriftstellerin, die sich bislang nicht wirklich auf meinem Radar zeigte, die Veranstaltung rein zufällig entdeckt, und da ich mich sowieso in der Nähe befand, bin ich hin gegangen. Pure Neugierde. Bereut habe ich es nicht! Molly Antopol hat mit ihrem Band von Erzählungen,  Die Unamerikanischen , erschienen bei Hanser, vor einer Weile Furore gemacht und aus diesem Buch wurde gelesen, es gab aber auch eine ganz neue, kurze Geschichte, die sie während der Arbeit an ihrem aktuellen Roman geschrieben hat, um zwischendurch nicht das Gefühl zu haben, den Verstand zu verlieren. Romane zu schreiben ist eine recht einsame und langwierige Angelegenheit. Die deutschen Versionen der Texte las die Schauspielerin Katharina Marie Schubert, das Gespräch führte Antopols Übersetzerin Patricia Klobusiczky kongenial. Antopols Geschichten s...

Buch der Woche - Wir sind die Früchte des Zorns von Sabine Scholl

Sabine Scholl schenkt dem Leser mit ihrem Buch „ Früchte des Zorns “ eine Familiengeschichte, ihre Familiengeschichte. Im Mittelpunkt stehen mehr oder weniger ausschließlich die Frauen, die Mütter eigentlich. Es geht also um jene Frauen, die durch das freiwillige oder gezwungene, das im Grunde unvermeidliche Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse, der eigenen Träume, der eigenen Räume zur Selbstentfaltung, oft ein Leben lang, durch das Gebären von Kindern und die ständige Sorge für diese der Kitt unser aller Gesellschaft sind. Im Guten wie im Schlechten. Es ist ein Buch, das dem Frust der Frauen, der Wut, der Entrüstung, der Enttäuschung, der Traurigkeit dieser Frauen nachspürt und eine Stimme gibt. Auf jeder Seite wird die Trauer darüber spürbar, was alles möglich wäre, wenn die Frauen ihre Kinder in einer Welt bekämen, in welcher Gleichberechtigung wahrhaft praktiziert würde. An den Müttern kann man ablesen, ob und inwieweit es Gleichberechtigung gibt. Das wurde mir in dem Moment k...

Meine Lieblingsschriftstellerinnen stellen ihre Lieblingsbücher vor (22)

Die Kreuzberger Buchhändlerinnen Katja Weber und Jessica Ebert stellen in loser Folge hier Bücher vor, die Ihnen gerade gut gefallen oder einfach aufgefallen sind. Sie lesen ständig und wenn der seltene Fall eintritt, dass ich überhaupt nicht weiß, was ich als nächstes lesen oder aber einer Freundin schenken soll, habe ich bei den beiden noch immer Hilfe gefunden.  Sie haben übrigens auch immer eine genial verführerische Auswahl an englischen Büchern, sowie das tollste Geschenkpapier und anderen Schnickschnack, den man dringend braucht. Alle hier genannten Bücher könnt Ihr natürlich in ihrem wunderbaren Buchladen  ebertundweber  in Kreuzberg kaufen.  Hatte ich erwähnt, dass es mein Lieblingsbuchladen ist, und dass sie jetzt auch bei  Facebook  sind?  Liebe Susanne, " Sonka " von dem polnischen Autor Ignacy Karpowicz, Piper Verlag , 20€. Mit heftiger Atemnot habe ich dieses Buch gelesen, Ein Theaterautor aus Warschau bleibt in einem Dorf im O...

Book of the Week - Refuge by Terry Tempest Williams

The first time, I heard anything about Terry Tempest Williams was many years ago, when I was about to go to New Mexico for a writing workshop with Natalie Goldberg at  Ghost Ranch , Georgia O'Keeffes former home. A little while, before the workshop started, Natalie sent us a list with things to bring and how to prepare ourselves. Among pen & paper, there was also the book " An Unspoken Hunger " by Terry Tempest Williams on that list, and the unambiguous order: READ! I did not understand the book back then, only that it was really good, and that Terry Tempest Williams was a great writer. I could taste the quality and depth of her words. But I guess, somehow, I was too young to fully grasp it. I still had my first very spiritual experiences in nature back during this workshop, walking the O'Keeffe landscape in combination with writing with Natalie and meditating with a zen-nun, brought me insights and joy, peace of mind really in an intensity, I had never exper...

Überbitten von Deborah Feldman

"Man könnte sagen, dass ich ein spirituelles Vertrauen in den nicht aufzuhaltenden Elan narrativer Entwicklungen hatte." Überbitten , das neue Buch von Deborah Feldman , handelt von den Jahren, nachdem sie die fundamentalistische, jüdische Gemeinde der chassidischen Satmarer in Williamsburg/New York verlassen hat. Es ist ein sehr persönliches Buch. Sie macht sich darin absolut sichtbar, vielleicht noch mehr, als in Unorhodox , dem Buch, in welchem sie ihr Leben bei den Chassiden und den Entschluss, es zu verlassen, schilderte. (hier nochmal meine Rezension von Unorthodox) Sie baut keinerlei Schutzwall um sich herum. Ihre absolute Ehrlichkeit und Authentizität sind zwei der Gründe, warum dieses Buch so gut ist. Es saugt einen vom ersten Satz an in seinen Bann. Es ist, als würde man mit einer wunderbaren Freundin quatschen, die einen nicht eine Sekunde lang hinters Licht führt. Frei von der Leber weg. Dabei intelligent, tiefsinnig, mit einer Menge Bezügen zu Denkern...

Lesen, Schreiben & Trump

Einen Tag, nachdem Trump zum Präsidenten vereidigt wurde, also im Januar diesen Jahres, las ich und schrieb ich, aber ich hatte diesen Mann und was seine Wahl bedeuten würde, ganz schön im System. Heute entdeckte ich diesen Text, den ich damals schrieb. Ich möchte ihn hier teilen, auch, weil er ein paar Hinweise zu interessanten Büchern enthält, die mit Trump, Gott sei Dank, nichts zu tun haben.  Sie las gerade wieder mehrere Bücher parallel. Was ich liebe und was nicht von Hanns-Josef Ortheil, eine Art autobiografische Erzählung über alle möglichen Dinge, die der Autor eben liebt oder nicht liebt. Es gibt sehr schöne Stellen darin, die sie sogar ein wenig, manchmal, inspirierten. Aber im Großen und Ganzen findet sie das Buch, sie ist mittlerweile fast bis zur Mitte durch, teilweise beinahe unerträglich selbstgefällig und geschwätzig. Die ganze Zeit erwischt sie sich dabei, wie sie sich nach der Mayröcker sehnt oder Handke , nach Autoren, die ihr Ego so vollständig heraus ne...

Ein Abend im Secession Verlag

Es gibt ja so Tage, da hat man einfach Glück. Zum Beispiel, wenn die Lieblingsbuchhändlerinnen zu einem Verlagsabend bei Secession  eingeladen sind und beide nicht können, ihr daraufhin eine Mail schreiben, ob sie hingehen möchte und sie geistesgegenwärtig genug ist, zu diesem Angebot „ja“ zu sagen. Der Secession Verlag ist seit geraumer Zeit einer meiner absoluten Lieblingsverlage. Bislang mochte ich jeden gelesenen Titel aus diesem Hause. Denn sie alle vereint die Poesie der Sprache, die Schönheit und Genauigkeit der Gestaltung und die Klarheit der Aussage. Ich hatte es schon einmal in einer Rezension zu dem Ferrari Buch Ein Gott Ein Tier geschrieben, dass dieser Verlag Poesie und Politik einzigartig verbindet in der heutigen Verlagslandschaft. Dass er damit Erfolg hat, stimmt mich hoffnungsvoll. Der Abend fand statt in den Räumen der Druckwerkstatt p98a von Erik Spiekermann, wo mittlerweile seit einem Jahr auch die Secession Bücher gemacht werden und wo seit kurz...