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My List of Favourites 2017

Am Ende eines jeden Jahres stelle ich eine Liste zusammen mit den Filmen, Büchern, Musikstücken, Orten, die mir in dem Jahr am meisten Freude gemacht haben, an denen oder mit denen ich "random acts of closeness" erleben durfte. Heute, bei einem Spaziergang durch die Stadt wurde mir klar, dass ich diese Dinge auch deshalb auswähle (oder sie mich), weil ich an ihnen oder mit ihnen einen Zustand innerer Stille erfahren durfte, das Gefühl, mich in einem unendlichen inneren Raum zu bewegen, der meine Kreativität und mein Glück nährt. Somit hat mich jede einzelne dieser Begegnungen weiter gebracht auf meinem Weg.
Wenn ich einen Vorsatz für 2018 haben würde, und wahrscheinlich habe ich ihn in diesem Moment, in dem ich ihn hier aufschreibe, gerade öffentlich getroffen, dann wäre es dieser: so viel Stille wie möglich in mein Leben bringen, durch gute Freunde und neue Menschen, gute Bücher, gute Filme, gute Musik, Yoga, Meditation, das Verweilen an Orten, die die Stille in mir befruchten, somit das Lernen, somit das open your mind als rund um die Uhr Grundhaltung, somit das Erleben von Random acts of closeness.
Ich wünsche Euch in diesem und vielen anderen Sinnen ein gutes Jahr 2018 🙏


Meine liebsten Filme waren gar nicht alle so still, dennoch haben sie mir unglaubliche Einsichten und das Erkennen von starken Wahrheiten ermöglicht. Beim Zuschauen war ich immer ganz da und bei mir.

Die schmerzhafteste Einsicht hatte ich sicherlich bei dem Film, I am not your Negro. Ich verstand, dass die positive Entwicklung, von der ich mein Leben lang wie selbstverständlich ausgegangen war in meinem luxuriösen, friedlichen Leben, nicht stattgefunden hat, nicht auf einer allgemeinen Ebene. Die gleichen Menschen, die James Baldwin oder Anne Frank das Leben schwer gemacht haben, die töten, ausgrenzen, Wut zur Politik erklären und im Großen und Ganzen das Gegenteil von einem offenen Geist und einem offenen Herzen personifizieren, sind immer noch, zwei Generationen später, genau so aktiv. Sie übernehmen gerade in vielen Ländern, wie zum Beispiel den USA, aber auch hier in Europa, die Herrschaft. Was kommen wird, könnte dunkel, sehr dunkel sein. Deshalb wünsche ich mir Aufmerksamkeit und den Mut, sich zu widersetzen.

Filme


I am not your Negro

Körper & Seele



One more Time with Feeling

Gleißendes Glück

Bücher

In der ersten Jahreshälfte gab es nur wenige Bücher, die mich  wirklich gepackt haben. Da waren im Grunde nur Erpenbeck und Seethaler.
Aber dann kam die zweite Jahreshälfte und plötzlich die Bücher, die mein Lesejahr ausmachten und mich unglaublich bereicherten und inspirierten. Es wurde dann auch ein Lesejahr, in welchem ich besonders viele sehr umfangreiche Bücher las,  was dazu führte, dass ich mit manchen Büchern, wie Jergovics Familiengeschichte, viele Wochen verbandelt war. Sie wurden zu Freunden, die Bücher, die Schreiber und die Charaktere und ein wenig fiel der Abschied schwer. So auch bei Auster, den ich gerade erst beendet habe. Es wurde auch das Jahr, in welchem es ein Lyrikbuch in die Riege meiner Lieblingsbücher des Jahres schaffte und in welchem ich Peter Handke noch mehr für mich entdeckte. Ich sah die wunderbare Deborah Feldman lesen und war bei einem Verlagsabend beim ebenso wunderbaren Secession Verlag und das erste Mal auf der Leipziger Buchmesse. Literarisch war es für mich ein wirklich tolles Jahr.

Musik

Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit war ich noch einmal auf einem Konzert. Ich habe Nick Cave hier in Berlin gesehen. Nach einer Minute war mir bereits klar, warum der Mann ein Star ist, und dass ich absolut froh bin, gekommen zu sein. Ich mag nicht alle seine Lieder. Aber ich mag ihn, das Universum, das er kreiert, in dem er lebt und das besonders ist und kompromisslos. Deshalb ist auch sein Film One more Time with Feeling, in dem man so tiefe Einblicke in Trauer und Liebe als menschliche Grunderfahrungen erhält, auf der Liste meiner Lieblingsfilme. Nick Cave verwandelte die riesige Max Schmeling Halle in einen intimen Ort, an dem er, scheinbar nur mit uns, exklusiv, den Tod seines Sohnes Arthur betrauerte, dann wieder zurück sprang in die Zeit, in der er selbst in Berlin lebte und so das volle Spektrum seiner Genialität vorführte. Es war wie ein Akt von großer Freundschaft, mit dem er das Publikum beschenkte, uns alle, so viele Menschen ( ca.10 000), an seiner Trauer und seiner Liebe teilnehmen zu lassen. Alexander Gumz nannte das Konzert in der Berliner Morgenpost einen Trauergottesdienst. Damit trifft er eine Hälfte, die andere Hälfte war ein Liebesakt. Nick Cave schafft es, aus einer Sporthalle einen Ort zu machen, der so intim ist, dass man sich fühlt wie in einer kleinen, schummrigen Bar, Sekunden, bevor ein Fremder einen anspricht und das ganze Leben sich ändert.
Ich habe jetzt übrigens Blut geleckt in puncto Konzerte und mir schon eine Karte für Pearl Jam besorgt, die im Juli 2018 in der Waldbühne spielen.
2018, das Jahr, in dem ich einmal mehr verstand, wie groß Berlin ist, wie bunt, wie offen ... und dass ich an all dem teilnehmen kann. Dankbarkeit!

Pearl Jam 💓


wunderbarer Song von dem Film Körper & Seele



Nick Cave in Berlin
Gus Black, ein Zufallsfund 
  • Pearl Jam Thumbing my way back to heaven 
  • Laura Marling What he wrote (aus dem Film Körper & Seele) 
  • Nick Cave, die ganze Show 
  • Gus Black The world is on Fire 

Orte
  • Leipziger Buchmesse Einfach die ganze Messe, nur toll, dort herum zu laufen und all diese Schreiber zu sehen, die man toll findet. Hier ist noch ein Text, den ich seinerzeit darüber geschrieben habe. Ich freue mich schon auf die nächste Messe im März! 
  • der Berliner Stadt Forst und die Seen darin
    Müggelsee an einem frühen Nachmittag im Dezember
  • Prag, die Gerhard Richter Ausstellung, war für mich im Grunde auch ein Zufallsfund. Ich war mit dem Auto auf dem Weg ins Burgenland unterwegs und dachte nicht, dass ich in Prag anhalte. Da hält jeder an. Ich wollte lieber in irgendeiner kleinen tschechischen Stadt Rast machen für die Nacht. Aber dann, Lilly und ich waren auf der Autobahn schon vorüber gerauscht, nahm ich zu meiner Überraschung die nächste Ausfahrt und steuerte den Wagen zurück in die bunten Straßen dieser fabelhaften Stadt. Wir ließen uns den ganzen Abend treiben und ich sah, dass im Palais Kinski eine Werkschau von Gerhard Richter stattfand. So fuhren wir auf dem Rückweg vom Burgenland noch einmal nach Prag und schauten uns die Ausstellung an. Lilly: "Das halte ich nur für Dich aus!" Ich fand es herrlich und freue mich, dass 2018 so ein Jahr war, in dem ich in zwei Lieblingsstädten zwei Lieblingskünstler sehen durfte. Denn im Februar war ich noch in Wien und habe mir dort im Kunstforum die Werkschau von Georgia O'Keeffe angeschaut. 
    Kunstforum Wien

Prag, die Sonne geht unter hinter der Karlsburg

  • Jardim Estrela Eine Oase der Ruhe und Schönheit in einer meiner absoluten Lieblingsstädte: Lissabon Ich bin so froh, dass ich es in diesem Jahr noch einmal geschafft habe, hinzureisen. 
    Lissabon

(c) Susanne Becker

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