Direkt zum Hauptbereich

Meine Lieblingsbuchhändlerinnen stellen ihre Lieblingsbücher vor (23)

Die Kreuzberger Buchhändlerinnen Katja Weber und Jessica Ebert stellen in loser Folge hier Bücher vor, die Ihnen gerade gut gefallen oder einfach aufgefallen sind. Sie lesen ständig und wenn der seltene Fall eintritt, dass ich überhaupt nicht weiß, was ich als nächstes lesen oder aber einer Freundin schenken soll, habe ich bei den beiden noch immer Hilfe gefunden. 
Sie haben übrigens auch immer eine genial verführerische Auswahl an englischen Büchern, sowie das tollste Geschenkpapier und anderen Schnickschnack, den man dringend braucht.

Alle hier genannten Bücher könnt Ihr natürlich in ihrem wunderbaren Buchladen ebertundweber in Kreuzberg kaufen. 

Hatte ich erwähnt, dass es mein Lieblingsbuchladen ist, und dass sie jetzt auch bei Facebook sind? 




Liebe Susanne,
es ist leicht ermüdend, wenn Bücher als "besonders" "einzigartig" und "sprachlich himmlisch" beschrieben werden.

Geht aber wirklich nicht anders.

Anja Kampmanns Buch "Wie hoch die Wasser steigen" ist bei Hanser erschienen, letzte Woche.
Den Titel finde ich nicht genial, aber egal-

Es geht um einen Mann aus Polen, der auch im Ruhrgebiet gelebt hat, im Revier neben den Gruben, um dann auf Ölplattformen in der weiten Welt zu arbeiten. Er verliert eines Nachts bei einem Sturm seinen engsten Freund.
Es beginnt die Reise nach Ungarn, woher der Freund stammte, in das Dorf und die Sachen werden dort hingelegt. 
An dieser Stelle dockt die Geschichte nochmals an und erzählt weiter die Entwurzelung des Mannes Wenzel, und wie er durch Europa reist, gleichzeitig eben sein rastloses Leben an verschieden Orten vor dem Unfall des Freundes.
Im Jetzt und rückblickend schafft die Autorin mit unglaublich dichter, lyrischer und mit tollen Metaphern gespickter Sprache die Welt, die ihn umhüllt. Die Handlung bewegt sich trotzdem aber sehr honigartig, weil die Naturbeschreibungen immer auch die Verfassung des Protagonisten widerspiegeln. Die Leserin nimmt sich Zeit,  darin zu baden. Das Sich-Treibende des Wenzel führt in dennoch mit sicherem Instinkt zurück nach Deutschland, zu dem Taubenverein und den hustenden Arbeitern.

Das nächste Mal wenn wir uns sehen, bekommst du das Leseexemplar von mir.
Drei tolle Rezensionen gab es schon, da bin ich froh!
Auch, dass ich Dir endlich mal wieder für deinen tollen Blog geschrieben habe.
Liebe Grüße,

Jessica


bis 18.30 uhr bestellt am nächsten morgen da!

mo --fr 9.30 uhr - 19.00 uhr

sa 10.00 uhr - 16.00 uhr

buchladenebertundweber

falckensteinstraße44


10997 berlin



  tel. 030-69 56 51 93

www.ebertundweber.de

Kommentare

Beliebte Texte

Travelling Home

You are like a foreign country. I do not speak your language. Drowning in your eyes, which I can not read. What you do, goes right through me, cuts me open, I think, I might lose myself, in you, which is a story about you, which is a story about myself.
The first time we sat in a train, you sat across from me, told me about your life. I knew, I would rather not leave the train, ever. What feels like home? Riding around Berlin in a train, listening to your story, swimming in your eyes away from what I knew as home, but was not. Never could be, because I moved in, when I was a stranger to myself.
Every plastic flower on the table, in the vietnamese restaurant, remember? was the most beautiful thing, I ever laid my eyes on. Of course you. The shabby plastic table. The pho was very good! Best soup, I ever tasted, while locking myself into your universe.
You are like a foreign country. I travel you, and while getting lost, again, I find so much about myself, I never knew existed.…

Asymmetrie von Lisa Halliday

"He called her mermaid. She didn't know why."
Gerade habe ich Asymmetrie von Lisa Halliday beendet und vielleicht ist es eines der Bücher, das mich am stärksten aus meiner „comfort zone“ katapultiert hat. Weil eine amerikanische, weiße, im Grunde privilegierte Frau, die in der Literaturwelt arbeitet, ihren Horizont so derart transzendiert, dass es sie in die Lage versetzt, mit der Stimme eines irakisch-amerikanischen Mannes zu schreiben, der am Londoner Flughafen davon abgehalten wird, in Großbritannien einzureisen. Dabei möchte er dort nur zwei Tage bleiben, seinen Freund Alastair, einen Kriegsjournalisten, treffen und dann, über Istanbul, weiter in den Irak reisen. Aber man lässt ihn nicht. Er hat zwei Pässe. Er ist auch Iraker. Irakisch ist eine der verdächtigen Nationalitäten. Terroristen sind Iraker. Die Geschichte dieses Mannes, seiner Familie, ein Teil der Geschichte des Irak macht aber erst den zweiten Teil dieses wunderbaren Buches aus. Im ersten Teil hat die I…

Anke Stelling, Schäfchen im Trockenen

"Wir sind Opfer. Und unseres Glückes Schmied! Wir machen uns gut in egal welcher Kulisse, sind die Protagonisten unseres Lebens."


Anke Stellings neues Buch Schäfchen im Trockenen habe ich verschlungen. Es ist großartig geschrieben und mit seiner Handlung so nah am Leben dran, wie man es selten findet, an dem Hier und Jetzt von mir und vielen meiner Freunde, die mit Kindern und der existentiellen Unsicherheit mitten in Berlin, mitten in einer großen Stadt in Europa leben, wo Neoliberalismus und Kapitalismus die Werte vorgeben und man, plant man schlecht, auch sehr leicht unter die Räder kommen kann. Vielleicht vor allen Dingen dann, wenn man sich dem Leben mit Chuzpe und offenen Armen, voller Vertrauen, ein wenig ausliefert. Hier springe ich vom Zehnmeterbrett, mach' mit mir, was Du willst, Du verrücktes Leben!
Resi ist Schriftstellerin. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin und hat ein Buch über ihre Freunde geschrieben, die im Rahmen einer Baugruppe ein tolles eigenes Hau…