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Es werden Posts vom Januar, 2018 angezeigt.

Buch der Woche - Transit von Rachel Cusk

"It was an interesting thought, that stability might be seen as the product of risk; it was perhaps when people tried to keep things the same that the process of decline began."
Was ist Liebe?
Nachdem ich In Transit von Rachel Cusk gelesen habe, würde ich sagen: Liebe ist, einem anderen zuzuhören, ihm die richtigen Fragen zu stellen und genügend Raum zu lassen, allen Raum der Welt, so dass er zu sich selbst findet.
Die Protagonistin, eine Schriftstellerin, frisch geschieden, ist soeben mit ihren beiden jungen Söhnen vom Land zurück nach London gezogen. Sie kauft dort ein vergleichsweise günstiges Haus, das aber im Grunde eine Bruchbude ist und nur bewohnbar nach umfangreichsten Renovierungsmaßnahmen. Von dieser Übergangsphase vom Leben der verheirateten Landbewohnerin zum Leben der geschiedenen Stadtbewohnerin, in welcher die Söhne noch einmal beim Vater sind, solange, bis das Haus bewohnbar ist,  handelt das Buch. Oder vielmehr: es zeigt uns die Begegnungen der Protagonist…

Die Obstdiebin von Peter Handke zu verschenken

„ Diese Geschichte hat begonnen an einem jener Mittsommertage, da man beim Barfußgehen im Gras zum ersten Mal im Jahr von einer Biene gestochen wurde.“ So lautet der erste Satz von Peter Handkes neuem Buch „Die Obstdiebin“.
Wie habe ich eigentlich Peter Handke für mich entdeckt? Ich weiß es noch genau, dass er für mich jahrzehntelang keine Bedeutung hatte und ich auch damit rechnete, dies würde für den Rest meines Lebens so bleiben. Ich hielt ihn für trocken und langweilig. Wohl hatte ich das ein oder andere Mal in einem seiner Bücher geblättert, aber nichts daran hatte mich in Bann gezogen. Ich wusste, dass es ihn gab, eine Rolle spielte er für mich nicht. Ich las begeistert um ihn herum und an ihm vorbei.
An einem Sonntag im Herbst ging ich in meinem Viertel spazieren. Zufällig kam ich an dem Kino Eiszeit vorbei, betrachtete mir die im Fenster hängenden Plakate neugierig. Eines zeigte Peter Handke, wie er zusammengekrümmt in einem Raum, der wie ein Atelier anmutete, auf einem klein…

Lissabon

Angeregt durch einen Kommentar in meinem Blog, aber noch vielmehr durch meine letzte Lissabon Reise, die gerade erst wenige Monate zurückliegt, kam mir der Gedanke, hier einmal ein paar Vorschläge zu machen für all jene, die vorhaben, in nächster oder späterer Zeit Lissabon zu bereisen. Wenn Ihr, wie ich, Eure Reisevorbereitungen gerne mit Hilfe von Lektüre, Filmen und Musik bestreitet, dann habe ich hier ein paar Ideen für Euch. Ich übernehme aber keine Haftung! Wenn Ihr Euch, wie ich, in Lissabon verliebt, gibt es nur eine Hilfe: immer wieder hinfahren.
„Quem nao viu Lisboa, nao viu coisa boa!“ („Wer Lissabon nicht gesehen hat, hat nichts Schönes gesehen.“) Portugiesisches Sprichwort, dem ich voll und ganz zustimme.
Eines der klassischen Bücher, in denen Lissabon eine Hauptrolle spielt, habe natürlich auch ich verschlungen. Nachtzug nach Lissabon, 2004  von Pascal Mercier geschrieben, ist eine wunderbare Geschichte über einen Schweizer Altphilologen, der eine Zeitreise unternimmt u…