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Buch der Woche - Lügnerin von Ayelet Gundar-Goshen

Das Buch Die Lügnerin von Ayelet Gundar-Goshen, 2017 bei kein & aber erschienen,  ist die Geschichte der siebzehnjährigen Nuphar, die keine wirklichen Freunde hat, den Sommer über in einem Eisladen jobbt und darunter leidet, dass ihre Schwester Maya die Hübschere ist und ihre Freundin Schiri nichts mehr mit ihr zu tun haben möchte. All das hört sich zunächst an, wie eine Teenagergeschichte. Am Anfang las es sich für mich auch so. Ich hatte ein wenig Probleme, Nuphars Verhalten so interessant zu finden, dass ich weiter lesen wollte. Es schien so weit weg von mir. Am letzten Tag im Eisladen kommt ein alternder Sänger, der seine besten Jahre längst hinter sich hat, in den Salon. Nuphar lässt ihn für sein Gefühl zu lange warten, so dass er sie stinksauer und brutal zusammen faltet, als sie endlich auftaucht und ihn bedient. Sie rennt verletzt in den Hinterhof. Er folgt ihr und beschimpft sie weiter. Nachdem der gesamte Sommer nicht eine von Nuphars Erwartungen erfüllt hat, und ...

Assaf Gavron - Achtzehn Hiebe

"Ich spürte, dass sie mich ansah, ein intensiver Blick trotz der doppelten Filterung durch Sonnenbrille und Spiegel, und dann zuckten ihre zinnoberrot geschminkten Lippen, die etwas zu voll und zu jung für ihr Alter schienen, und mit einem halben Lächeln sagte sie: "Zum Trumpeldorfriedhof." Ich schaltete in Drive." Der Taxifahrer Eitan Einoch fährt die fünfundachtzigjährige Lotta Perl an einem ganz normalen Tag zu einer Beerdigung, aber von diesem Moment an verändert sich vieles in seinem Leben. Es wird aufregend, spannend und unversehens findet er sich in der Rolle eines Detektivs wider. Dieser Roman, der im heutigen Tel Aviv spielt, bezieht einen großen Teil seiner Spannung aus der Vergangenheit, aus der Mandatszeit, als Israel noch nicht Israel war, als Palästina noch von den Engländern besetzt/verwaltet wurde und Lotta Perl und der Engländer, zu dessen Beerdigung sie unterwegs ist, junge Leute und ein Liebespaar waren. Der Roman erzählt von einer Zeit, ...

Buch der Woche - Eine Geschichte von Liebe und Finsternis von Amos Oz

"Die Furcht, die in jedem jüdischen Haus herrschte, die Furcht, über die man fast nie sprach, die uns nur indirekt, wie Gift, Tropfen für Tropfen eingeflößt wurde, das war die grauenhafte Furcht, wir wären vielleicht wirklich nicht sauber genug, wären vielleicht wirklich zu laut, würden uns zu sehr in den Vordergrund drängen, wären zu gewieft und zu geldgierig. Vielleicht wäre unser Verhalten tatsächlich unpassend. Es gab so eine Todesangst, die Angst, wir könnten, Gott behüte, einen schlechten Eindruck auf die Gojim machen, und dann würden sie wütend werden und uns deshalb wieder schreckliche Dinge antun, die man sich lieber gar nicht vorstellte. Tausendmal hämmerte man jedem jüdischen Kind ein, sie auch dann nett und höflich zu behandeln, wenn sie grob oder betrunken waren.... man dürfe sie nicht reizen..." So erzählt es in Amos Oz' Buch die Schwester der Mutter ihrem Neffen. So war es vor dem Holocaust. Dies ist mein erstes Buch von Amos Oz und hätte es mir ...