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Posts mit dem Label "Judith Schalansky" werden angezeigt.

Corona Tagebuch (39) ist eine Corona #stayathome Leseliste

Mir ist aufgefallen, dass ich meine Bücher seit dem 16. März recht bewusst wähle und sie teilweise thematisch wie geschaffen sind für die momentane Situation. Daher dachte ich mir, dass ich an dieser Stelle für Euch eine Bücherliste anlege, wo Ihr, wenn Ihr wollt, Inspiration finden könnt. Passende Bücher zum Eingesperrtsein, Literatur zum Ausnahmezustand, zu der Tatsache, dass alles im Wandel ist und dass wir plötzlich viel mehr spazieren gehen, als jemals zuvor. Ich finde Spaziergänge und Radtouren eigentlich erst so richtig attraktiv, seitdem ich zuhause bleiben soll. Weshalb ich im Grunde weniger zum Lesen komme, als ich vor dem Lock Down erwartet hatte. Und dann ist da auch noch Netflix. Reden wir nicht darüber. Ich lese trotzdem fleissig und kann Euch passende Bücher für die Einsamkeit, das beglückende Alleinsein, die Selbstsuche, die Isolation und die Konfrontation mit der kompletten Auflösung dessen, was gerade noch das eigene Leben war, präsentieren. Ich denke, ich werde di...

Corona Tagebuch (7)

Und dann kommst du in den Bioladen ( Biotopia ), in dem Du einkaufst, seitdem die Kinder Babies sind, und die Theke ist plötzlich, verbreitert um ca. 1,5 m durch eine gewagte Konstruktion und abgedeckt mit einem schimmernden roten Samttuch, praktisch an der Eingangstür. Und du bewunderst diese Helden, die jeden Tag das Risiko eingehen, sich anzustecken und du beschließt, solange du noch darfst und solange sie sich das antun, nur noch bei ihnen einzukaufen. Alle sind so ein bisschen linkisch, weil plötzlich gibt man sich Geld und Karte über einen silbernen Teller und vermeidet jede Nähe. Das ist in Kreuzberg so ungewöhnlich, dass natürlich auch gleich wieder eine unbedarfte Kundin sich praktisch an mich schmiegt und ihre Ware schonmal auf meine drauflegt, um mir über die Schulter dabei zuzuschauen, wie ich meine Geheimnummer eingebe. Naja, Kreuzberg halt. Vorgestern Abend begann ich das Buch „ Verzeichnis einiger Verluste “ von Judith Schalansky und ich finde, vom Titel her passt ...

Tomas Espedal - Das Jahr

„Was willst du tun in dem Jahr das kommt?“ Ein zartes Buch. Ein poetisches Buch. Ein Buch über die Liebe. Ein brutales Buch. Ein wunderschönes Buch. Ein Buch über den Tod. Ein schonungsloses Buch. Ein Buch wie ein Gedicht. Ein Buch über ein Jahr. Das Jahr von Tomas Espedal. Vor ein paar Monaten sah ich ihn hier in Berlin im Rahmen des ilb zusammen mit seinem großartigen Übersetzer Hinrich Schmidt-Henkel. Eine Stunde unterhielten sich die beiden wie beste Freunde über das Leben und dieses Buch, seine Entstehung, seine Übersetzung, die eine Herausforderung war, da Espedal in diesem Buch andere Dichter, in teils veränderter Form, zitiert. Vor allem Petrarca. Ein Buch, das niemandem etwas schenkt. Der Übersetzer musste damals Petrarcas Original studieren, dann das, was Espedal daraus auf Norwegisch gemacht hat und es dann möglichst genau ins Deutsche übertragen. Man merkte ihm an, wie sehr er diese Herausforderung, vor welche der Autor ihn gestellt, geno...