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Posts mit dem Label "Jenny Erpenbeck" werden angezeigt.

My List of Favourites 2017

Am Ende eines jeden Jahres stelle ich eine Liste zusammen mit den Filmen, Büchern, Musikstücken, Orten, die mir in dem Jahr am meisten Freude gemacht haben, an denen oder mit denen ich "random acts of closeness" erleben durfte. Heute, bei einem Spaziergang durch die Stadt wurde mir klar, dass ich diese Dinge auch deshalb auswähle (oder sie mich), weil ich an ihnen oder mit ihnen einen Zustand innerer Stille erfahren durfte, das Gefühl, mich in einem unendlichen inneren Raum zu bewegen, der meine Kreativität und mein Glück nährt. Somit hat mich jede einzelne dieser Begegnungen weiter gebracht auf meinem Weg. Wenn ich einen Vorsatz für 2018 haben würde, und wahrscheinlich habe ich ihn in diesem Moment, in dem ich ihn hier aufschreibe, gerade öffentlich getroffen, dann wäre es dieser: so viel Stille wie möglich in mein Leben bringen, durch gute Freunde und neue Menschen, gute Bücher, gute Filme, gute Musik, Yoga, Meditation, das Verweilen an Orten, die die Stille in mir befruch...

Jenny Erpenbeck - Gehen Ging Gegangen

"Oft war es so, dass er am Beginn eines Projektes nicht wusste, was ihn vorantrieb, so als hätten seine Gedanken ein von ihm unabhängiges Leben und ihren eigenen Willen und warteten nur darauf, von ihm endlich gedacht zu werden, als existiere eine Untersuchung, die er erst anstellen würde, bereits, bevor er sie machte, und als sei auch der Weg quer durch das, was er wusste, sah, was ihm begegnete oder zustieß, in Wahrheit immer schon da, um von ihm, war er nur endlich so weit, begangen zu werden. ... Über das sprechen, was Zeit eigentlich ist, kann er wahrscheinlich am besten mit denen, die aus ihr hinausgefallen sind." Der emeritierte Professor der Humboldt Universität, Richard, Fachgebiet Alte Sprachen, aber auch Philosophie, lebt allein in einem Haus an einem See, irgendwo im früheren Ostteil der Stadt Berlin. Ich stelle mir vor, Richtung Müggelsee. Sein Leben lang hat er sich mit philosophischen Fragen beschäftigt und in seinem Kopf über Sinn und Zweck der menschlichen ...

Aller Tage Abend - Jenny Erpenbeck

"...in seinem Inneren trägt er als ein großes schwarzes Land all die Geschichten, die seine Mutter ihm nicht erzählt oder verschwiegen hat, mit sich herum, trägt vielleicht sogar diejenigen Geschichten, die nicht einmal seine Mutter wusste oder in Erfahrung gebracht hat, mit sich herum, kann sie nicht los werden, aber sie auch nicht verlieren, weil er sie gar nicht kennt, weil all das in ihm begraben ist, weil er mit Innenräumen, die ihm nicht gehören, schon aus seiner Mutter geschlüpft ist und sein eigenes Inneres nicht anschauen kann." Aller Tage Abend  von Jenny Erpenbeck ist ein intensives Buch, das die Frage stellt, was möglich ist, was möglich wäre an verschiedenen Lebensentwürfen in einem einzigen Leben. - Sie lässt es mehrmals enden, dieses eine Leben: im Säuglingsalter, als junge Frau, als mittelalte Frau, als sehr alte Frau. Immer wieder beleuchtet sie, was geschehen wäre mit diesem einen Leben, mit den Leben derer, die verbunden sind mit jener Person, wäre sie ni...