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Es werden Posts vom Januar, 2017 angezeigt.

rauhnächte

nichts sagen, damit da ein raum ist zwischen den tauben & den schnäbeln für die wahrheit, die ja liebe ist, also die wahrheit ist immer …..
während ich alle ecken frei räume von altem schmerz von wut die luft schwanger von rauch – vor der wahrheit habe ich auch angst, warte ich auf mich – durch alle gefühle gegen mich auch hindurchgehen & einmal nicht davon laufen – fortschritt übrigens mich selbst zu treffen einfach so inmitten dieser tage voller sturm & sehnsucht räuchere ich die vergangenheit aus allen räumen bin ich auf dem weg zu dir auch wenn es dauern wird - geduld
vor meinem fenster biegt sich der baum & es ist, als hätte er sich mir zugesellt ungeduldig die ecken auszufegen & dabei nichts zu sagen, weil die wahrheit sich am leichtesten ihren weg durch ein schweigen bahnt & in der dunkelheit nach einem heftigen sturm
(c) Susanne Becker 

Robert Seethaler - Ein ganzes Leben

"Meistens schwieg Egger während seiner Touren. "Wem das Maul aufgeht, dem gehen die Ohren zu", hatte Thomas Mattl immer gesagt, und Egger teilte diese Ansicht."
In den letzten Tagen habe ich ein kleines, zartes, und doch die ganze Welt enthaltendes Buch Seite für Seite gelesen. Ich habe versucht, dabei behutsam vorzugehen und keinen Buchstaben zu übersehen, wirklich jeden Satz mit Respekt und Achtsamkeit zu lesen. So wie Robert Seethaler, der Autor, in Ein ganzes Leben, das Leben des einfachen Mannes Andreas Egger mit außergewöhnlichem Respekt und großer Hochachtung dem Leser ans Herz gelegt hat. Heute möchte eigentlich fast jeder, den ich kenne (ich selbst natürlich auch!), etwas besonderes sein. Es ist wie so ein Mantra der heutigen Zeit, dass man besonderes leisten muss, auffallen sollte, auf gar keinen Fall ein normales und einfaches Leben führen darf. Normal ist das neue gescheitert! Je älter ich werde, desto bewusster wird mir, wie hohl dieser Anspruch ist.…

Buch der Woche - Durch Mauern gehen von Marina Abramovic

"Ich weiß nicht, ob das Kunst ist, dachte ich. Ich weiß nicht, was es ist oder was Kunst überhaupt ist. Ich hatte Kunst immer als etwas aufgefasst, das durch bestimmte Hilfsmittel zum Ausdruck gebracht wird. ... Aber diese Performance (The Artist is present) war nicht einfach Performance. Sie war das Leben. Konnte oder sollte Kunst vom Leben getrennt sein? Mehr und mehr gelangte ich zu der Überzeugung, dass Kunst das Leben sein muss - ..." Marina Abramamovic

"Im Katalog der Galerie wurde die Performance (The House with the Ocean View) genauer erklärt:

Die Idee: Diese Performance ist aus dem Wunsch entstanden herauszufinden, ob es möglich ist, mich selbst zu läutern, indem ich mich einer einfachen täglichen Disziplin, klaren Regeln und Einschränkungen unterwerfe.
Kann ich mein Energiefeld verändern?
Kann dieses Energiefeld das Energiefeld des Publikums und des Raums verändern?"

Marina Abramovic ist eine Performancekünstlerin, geboren 1946 in Belgrad als Tochter zweie…