Berlin

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Mittwoch, 5. Dezember 2012

lobe den tag nicht


Kein Tag ist perfekt,
es zu erwarten wäre blanker Wahn.
Die Tage in Reinkultur
sind Aneinanderreihungen von
jenem Mangel an Perfektion,
den man sich vorwerfen kann,
wenn man es will.
Ich will.
Natürlich!
Nothing is ever perfect!
Merk es dir, Reisender,
in diesem Universum.
Wenn der Himmel so blau,
beim Aufwachen
pures Glück verheißt,
lauert dennoch die erste Wolke
an irgendeinem der Horizonte.
Regentropfen, die an mein Fenster klopfen.
Lobe den Abend erst am nächsten Tag,
wenn alles vorbei ist,
alles vorbei
und in einer gewissen Sicherheit.
In der Rückschau kannst du sagen,
es war gut,
wenn es gut war.
Einen klaren Geist benötigen wir alle.
In der goldenen Mitte lauert die Gefahr,
immer.
Mach dir nichts vor,
immer.
Lobe den Morgen nicht vor dem Abend.
Am Lagerfeuer leuchten die Gesichter
der Glücklichen,
denn immer hat das Morgen einen Abend.
Nicht jeder ist zugegen.
Lob erschlägt mit schwerer Faust
den Übermütigen,
oft auf der Schwelle
zum Glück.
Glüht die Sehnsucht im Feuer,
nach allem,
Morgenstund hat Tau im Mund,
Nacktschnecken auf der feuchten Wiese,
unter den nackten Füßen,
zwischen den Zehen,
feuchtes
Abendrot,
Schönwetterbot.
Am Abend liebe ich den Morgen,
er war perfekt.

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